Die Identitären in Rödermark?

Ich hatte ja neulich erst die Frage gestellt, ob die Antifa in Rödermark steckt. Und neulicher habe ich beim Spazieren gehen einen weiteren Antifa-Schriftzug entdeckt, etwas versteckter, aber dennoch deutlich zu sehen.

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In der Unterführung bei der Grundschule im Breidert

Naja, bis jetzt ist mir ja wie schon geschrieben keinerlei Antifa-Aktivität aufgefallen. Die beiden Male, die die Büchertelefonzelle gesprengt, bzw. abgefackelt worden sind, sind die einzigen Male, die für mich den Geruch von Anschlag haben. Aber die Antifa ist eigentlich nicht dafür bekannt, Bücher zu zerstören, außer vielleicht Bücher, die sie als rechts bezeichnen würde und die deswegen zerstört werden müssen. Es könnte ja jemand Argumente lesen, die der eigenen Parteilinie widersprechen. Im Bücherschrank sind aber eindeutig keine als rechts eingestuften Lesematerialien aufbewahrt worden. Das hätten die Damen und Herren der Wir-sind-Breidert-Initiative schon nicht zugelassen. („Wir sind Breidert“ – auch so ein Name mit einer Menge Implikationen. Ist eigentlich einen eigenen Beitrag wert.)

Dennoch könnte es demnächst spannend werden, da seit neulichstem ein Aufkleber der Identitären Bewegung in einem der Wartehäuschen (dem für die Busse Richtung Darmstadt und Reinheim) an der Bushaltestelle Siedlung Breidert klebt.

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Bushaltestelle „Siedlung Breidert“

Mal schauen, wie hoch die Wellen gehen werden, ob sie in diesem Nest überhaupt gehen werden. Dürfte eigentlich die wenigsten beunruhigen (aber wer liest schon die Argumente der Identitären), denn wenn ich die Identitären richtig verstehe, dann wollen die ja nicht alle Ausländer rausschmeißen, erst recht nicht diejenigen der Migranten, die sich hier integriert haben und diejenigen, die dabei sind; nein, die sind nur gegen die Mißachtung sämtlicher Asylregeln, die hier massenhaft Menschen reinspülen, denen die europäische Lebensart zuwider ist, die hier nur Geld kassieren wollen, sich einen feinen Lenz machen und sich dann auch noch wie Sau verhalten. Gelinde ausgedrückt, denn damit meine ich auch kriminelle Handlungen.

Aber: die regulären Migranten, die ich so in Rödermark kenne, entsprechen dem eben beschriebenen Bild des integrationsunwilligen „Flüchtlings“ in der Tat überhaupt nicht, die gehen arbeiten, gehen in die Schule, sind Unternehmer, habe Berufen gelernt, studiert, haben Grundbesitz gekauft, Häuser gebaut, sind nett und freundlich, und ich habe nicht das Gefühl, dass die nicht vorne wie hinten sind, dass die den Untergang Deutschlands im Hinterkopf haben. Im Gegenteil.

Auch haben sich meines Wissens in Rödermark keine No-Go-Bereiche entwickelt. Immerhin. Ich habe ja viel, vor allem Grundsätzliches an der gegenwärtigen Politik Rödermarks auszusetzen, unter anderem, dass unsere „höheren“ Lokalpolitiker eher Abbilder ihrer Kollegen auf Bundesebene sind. Aber wenigstens ist es in Sachen „Gewalt durch ‚Flüchtlinge'“ in Rödermark eher ruhig geblieben. Wenigstens etwas.

 

 

P.S.: auf ScienceFiles ist ein sehr brauchbarer Artikel erschienen, der die Frage behandelt, warum unkontrollierte Masseneinwanderung allen schadet. Die Kurzantwort: sie schadet, weil unsere verantwortlichen Politiker eine unrealistische Vorstellung von den Menschen als Grundlage für ihre Politik gewählt haben. Migranten sind auch Menschen mit eigenem Willen und sie müssen den Willen haben sich akkulturieren zu wollen. Unsere Politiker erkennen einen individuellen Willen nicht mehr an, sondern nur noch ihre kollektivistische, gleichmacherische Ideologie. Gleichzeitig liefern sie genügend Anreize für die Migranten sich von vornherein von der Aufnahmegesellschaft zu separieren. Bereits kulturell bedingte Distanz wird nur noch verstärkt.