Islam vs. AfD, ein schlechtes Gewissen, ein Ausweg in private Städte

Das schlechte Gewissen habe ich, weil ich weiß, dass diese Themen heiße Themen sind, und ich auch ein Interesse daran habe, dass es friedlich hier in Deutschland bleibt. Natürlich werden Probleme nicht dadurch gelöst, dass man den Kopf in den Sand steckt, die andere Seite beschimpft und sich selbst als die Guten in der Angelegenheit inszeniert. Das hat eher was von Bewußtsein auf dem Niveau eines Kindergartenkindes. Ich gut, die da schlecht. Bäh.

Nun ja, ich bitte den geneigten Leser meiner Artikel um zweierlei:

  1. sich mit diesen Themen gründlich zu beschäftigen;
  2. darauf zu achten, den Frieden mit den Mitmenschen zu wahren, egal wo sie herkommen.

Vielleicht entwickelt sich aus all dem Chaos etwas Neues heraus, eine Gesellschaft, die wahrhaft über Gruppenzugehörigkeiten und ihre Limitationen wegen Loyalitäten hinauswächst. Dadurch würde diese Gesellschaft natürlich auch über unsere Demokratie, so wie wir sie jetzt kennen, auch hinauswachsen. Das haben wir meiner Meinung nach auch dringend nötig, denn nichts ist so korrupt und ungerecht wie eine Staats- und Gesellschaftsform, in der Menschen zu einem Leben gezwungen werden, das ihnen nicht gemäß ist. Titus Gebel meint übrigens, dass ein Ausweg aus dieser Misere, die die Demokratie mit sich bringt, die Institution „Freie Privatstadt“ ist.

Mir ist es jedenfalls zuwider, ständig in diesem Spannungsfeld zwischen der einen und der anderen Gruppe zu sein. Ich würde gerne einmal die Freie Privatstadt ausprobieren und mit vielen, vielen Menschen zusammenwohnen, mit denen ich mich geistig verwandt fühle, anstatt mich ständig anpassen zu sollen, und dabei Jahre zu verschwenden. Ist ja nicht zum Aushalten.

2 Kommentare zu „Islam vs. AfD, ein schlechtes Gewissen, ein Ausweg in private Städte

  1. Islam vs AfD ist ein wichtiges Thema. Ein schlechtes Gewissen braucht man nicht haben, solange man es vermeidet, zu pauschalisieren, und auch offen ist für andere Perspektiven. Leider wird das gerade bei diesem Thema selten eingehalten. Beide Seiten agieren oft unsachlich.

    Was die Privatstadt angeht: Aktuell ist es hier in Deutschland wohl kaum zu realisieren. Ich sympathisiere ja mit der Idee, aber fürs erste wäre ich schon froh, wenn ich unter meinen Freunden & Bekannten – sogar in meiner Familie – ein paar Menschen hätte, mit denen ich mich wenigstens weltanschaulich gut verstehe. Es wäre einfach schön, eine solche Gemeinschaft zu haben. Und zwar in einer alltäglich erlebbaren Form. Ich möchte keinen monatlichen Stammtisch, sondern einen quasi-familiären Zusammenhalt.

    Leider bin ich noch weit von solchen gesunden sozialen Bindungen entfernt. Es scheint auch ziemlich schwer zu sein, heute so etwas aufzubauen. Der Trend geht eher in die Richtung einer Gesellschaft von atomisierten Konsumzombies, die nach der Arbeit erschöpft den Fernseher/Netflix oder YouTube einschalten und sich von der – meist – wenig erfüllenden Arbeit erholen.

    Wahrscheinlich ist das auch eine Art Wohlstandsphänomen. Die meisten Aspekte unseres Gemeinwesens wurden bereits vor Jahrzehnten, teilsweise vor Jahrhunderten geschaffen, und funktionieren ja auch ganz gut. Es ist alles durch und durch geregelt & mit Gesetzen überhäuft. Das einzelne Individuum braucht sich um nichts zu kümmern – und kann es auch gar nicht mehr. Es gibt für eigene Vorhaben/Initiativen gar keinen Raum mehr. Man zahlt seine Steuern, und fertig. Fast alles, was unser Leben betrifft, ist bereits in dutzenden Gesetzestexten geregelt. Wer etwas daran ändern will, muss sich in den politischen Prozess einbringen, der heute quälend langsam abläuft. Immer mehr Regelungen kommen von der Bundes-Ebene, oder sogar von der EU-Ebene, und sind oft für die unteren Ebenen bindend. Da kann man als einfacher Bürger so gut wie nichts dran rütteln. Ich spreche mich da sehr radikal für mehr Autonomie der kleineren Einheiten aus – also der Bundesländer und Kommunen beispielsweise. Das bedeutet ja nicht nur mehr Freiheit und Mitbestimmung für die dort lebenden Menschen, sondern vor allem auch einen Wettbewerb der Systeme, z.B. in Hinblick auf die Steuergesetzgebung (Steuersatz!) oder das Schulsystem. Ich kann gar nicht verstehen, warum alle immer alles zentralisieren und vereinheitlichen wollen. Das führt nur zu einem schleichenden race to the bottom, weil es bequemer ist, sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen (vgl. Abitur-Niveau von Bremen vs. Bayern). Es gibt außerdem kein one-size-fits-all.

    Der andere Aspekt ist wohl die Charakterfrage. Ich bin wohl einfach ein anderer Typ Mensch. Mir ist dieses Leben in einem durchgeregelten System ohne jede echte Herausforderung zu wenig. Mir fehlt da etwas sehr fundamentales. Ich bin wohl eher der Aufbau- und Entdeckertyp. Mir passt auch dieses wir-füttern-jeden-um-jeden-Preis-durch-System nicht. Unsere ganze Sozialhilfe ist durchinstitutionalisiert und die Rezipienten dieser Umverteilung haben ein völlig falsches Anspruchsdenken entwickelt. Nächstenliebe sollte nicht in gesetzlichen Ansprüchen und dem Ausfüllen von Formularen/Anträgen sowie einer regelmäßigen Überweisung aufs Konto bestehen. Nächstenliebe sollte vielmehr auf Freiwilligkeit beruhen und auf lokaler Ebene direkt zwischen den Menschen ablaufen. Die können auch viel besser die Mittel steuern und auf die Hilfsbedürftigen einwirken, als die anonymen Beamten irgendwelcher fernen Behörden. Meistens würde es sowieso innerhalb der Familien ablaufen, die früher (heute nicht mehr) die wichtigste soziale Institution waren. Der andere große Vorteil wäre die direkt erlebbare Menschlichkeit: Die Rezipienten der Hilfe wären in viel direkterem Kontakt mit denen, von denen sie die Hilfe bekommen. Statt eines Anspruchdenkens könnten sie Dankbarkeit zeigen. Und die Geber wären auch viel zufriedener. Für mich wäre das eine viel würdevollere und menschlichere Gesellschaft.

    Dieser moderne, kalte und anonyme Wohlfahrtsstaat ist für mich hingegen wie eine Pest und vergiftet das Zusammenleben. Er vergiftet auch mehr und mehr die Familien und untergräbt konservative Werte wie Sparsamkeit, Vorsorge, Zusammenhalt in der Ehe, etc.

    Von den modernen Verfallserscheinungen wie offene Grenzen für alle & dem demografischen Niedergang der einheimischen Gesellschaft möchte ich gar nicht erst anfangen.

    Ich weiß, das war sehr viel, aber es musste mal raus.

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    1. Schreiben Sie ruhig so viel Sie wollen, wenn es Ihnen hilft. Ich kann Sie durchaus nachvollziehen. Es ist eine Ironie, dass man in einer riesigen Menge an Menschen lebt, und dann doch nur einige Wenige auf derselben Wellenlänge sind. Aber, Kopf hoch! Man kann auch mit Menschen, die in vielen Bereichen ganz andere Ansichten als man selbst hat, gut auskommen und sich auf der persönlichen Ebene näherkommen. Auch hier gilt: gut Ding will Weile haben.

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