Infrastrukturelle soziale Gerechtigkeit in Rödermark (und überall)

Die Unstatistik des Monats des RWI befasst sich mit der „schwarzen Null“ im Haushaltsentwurf 2019 von Bundesfinanzminister Scholz: „Zweitens ignoriert die derzeitige Berechnungsweise, dass staatliche Autobahnen, Brücken und andere öffentliche Infrastrukturprojekte gelegentlich repariert oder erneuert werden müssen.

Sprung nach Rödermark. Seit 8 Jahren mindestens werden Rödermarks Straßen, Bürgersteige, Brücken und Straßenbegleitgrün kaum repariert, gepflegt, erneuert. Von Ausbau kann man nur träumen. (Umfangreiche Informationen zum Themenkomplex ‚Straßenzustand, grundhafte Erneuerung, Straßenbeitragssatzung/Wiederkehrende Beiträge‘ im Blog für Rödermark.) Hier und dort wird ab und an eine Ladung Asphalt notdürftig in besonders störende Straßenlöcher geklatscht, also wenn es gar nicht mehr anders geht. Diese Vorgehensweise liegt nicht in den Händen der Mitarbeiter der Tiefbauabteilung der Stadtverwaltung Rödermark. Rödermarks Stadtspitze sieht nunmal andere Themen als wichtiger an, und dementsprechend gehen die personellen und finanziellen Ressourcen in andere Bereiche. Das Übliche aus dem Bereich der „sozialen Gerechtigkeit“: Klimawandel, Umwelt, Frauen an die Macht, Ehrenamt, Integration, Frieden und sonstiges als sozial Anerkanntes.

Dabei gibt es in Rödermark sogar eine Wirtschaftsförderung. Die ist natürlich politisch an den Willen der Stadtspitze gebunden. Ein weiterer Grund dafür, dass es tatsächlich mehr bürgerschaftliches Engagement geben sollte, z. B. für mehr Freiheit vom politischen Willen anderer, mehr Unabhängigheit. Auch wenn man als Engagierter dann keine öffentlichen Gelder zur Verfügung gestellt bekommt: man sollte nie zum einfachen unkritischen Folger politischer Figuren wie einem Bürgermeister werden. Zur Not muß man eben aus eigener Tasche für seine Überzeugung zahlen. Das ist dann auch eigentlich der libertarische Weg, da öffentliche Gelder = Steuergelder sind. Das nur nebenbei.

Auch wenn ich politisches Jargon wie das in Bezug auf „soziale Gerechtigkeit“ eigentlich ablehne, dennoch: die Stadtspitze sollte mal den Aspekt der „sozialen Gerechtigkeit“ auf den überdurchschnittlich schlechten Zustand, in dem sich Rödermarks Infrastruktur befindet, anwenden.

  1. Eine gepflegte und stetig ausgebaute Infrastruktur ermöglicht es mehr Bürgern und Einwohnern sicheren Fußes und Rades von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
  2. Gut ausgebaute Straßen erhöhen die Sicherheit der Waren, die per Auto und LKW transportiert werden.
  3. Ständig gepflegte Straßen und ein auf längere Sicht geplanter Ausbau der Infrastruktur macht einen Ort für Unternehmer und Investoren interessanter als ein Ort, in dem das Hauptaugenmerk sichtbar darauf liegt, den Ort auf einen Zeitpunkt vor 1950 zurückzubauen. (Ab den 50ern ist das Automobil als Individualtransportmittel den Massen zugänglich geworden und hat für mehr soziale Gerechtigkeit gesorgt als alle staatlichen Programme zusammen. Aber dieser Fortschritt soll ja bekanntlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 21/2030 wieder weggenommen werden, alle sollen von den Autos auf die Räder und in den ÖPNV.)
  4. Eine Stadt mit gepflegter und stetig ausgebauter Infrastruktur ist interessanter für Familien, die auf der Suche nach einem geeigneten Ort sind, um dort ein Haus zu bauen und sich demenstprechend auf lange Sicht freiwillig an den Ort binden wollen. (Auch in Bezug auf dieses Thema erkenne ich einen politischen Willen, der das klassische Einfamilienhaus als nicht nachhaltig einstufen will. Es geht dabei zwar eigentlich nicht um Wohnhäuser, sondern um die Ansiedlung eines EDEKA, aber man kann durchaus argumentieren, dass Einfamilienhäuser vor allem Platzverschwendung sind, und Hochäuser auf vergleichsweise geringerer Grundfläche viel mehr Menschen Wohnraum bietet. „Eingeschossige Supermärkte seien vor allem eines: verschwendeter Platz.
  5. Eine stetig gepflegte Infrastruktur sieht einfach besser aus, gibt den Menschen ein besseres Gefühl, ein Gefühl der Ordnung, Sauberkeit, die ein grundlegendes Wohlgefühl ergibt.

Fazit: Rödermarks Stadtspitze sollte sich weniger auf kostspielige und sinnlose Renaturierungs- und Stadtumbaumaßnahmen konzentrieren, zumal diese nicht zwingend notwendig sind, z. B. aus Gründen einer Gefahrenabwehr. Die Stadt Rödermark sollte sich auf den Ausbau einer gut funktionierenden Ökonomie in Rödermark konzentrieren. Themen wie Klima und Umwelt, auch moralische Erwägungen bei der Ansiedlung von Firmen, sollten bedacht werden. Sie sollten Aspekte sein, keine Hauptziele, zumindest keine Hauptziele, die mit Steuergeldern gefördert werden, und nachhaltig Verschwendung herausfordern. Überhaupt ist die Taktik des Rückbaus der Stadt ein ganz fataler Zug, und ich muß mich wirklich immer wieder wundern wie eine Person wie Frau Schülner guten Gewissens sagen kann, dass Rödermark auf einem guten Weg ist, und sie diesen mit Unterstützung ihrer Partei beherzt fortsetzen will. Der Rückbau wird niemandem nützen, er wird lediglich die schlechter werdenden Verhältnisse noch schlechter machen. Daher braucht es starke unternehmerische Impulse, um diesen Ort auf Vordermann zu bringen. Und dann, wenn dann auch genug Geld und Lebenssicherheit vorhanden sind, spürbar, dann kann man sich auch um Projekte wie Renaturierung für schöne Freizeitziele kümmern, um einen möglichen neuen Festplatz in Ober-Roden, und andere Luxusprojekte wie die zwei Friedensfeste kümmern. Man spannt nunmal den Ochsen vor den Karren und nicht den Karren vor den Ochsen.

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