Winterdienst in einer libertaristischen Gesellschaft

Heute beim Spazieren den Winterdienst der KBR beim Schaffen gesehen. Sehr schön! Danke, dass ihr auch am Sonntag unterwegs seid und die Straßen frei räumt!

Wie wäre denn eigentlich der Winterdienst in einer libertaristischen Gesellschaft geregelt? Einer der Anwürfe gegen libertaristische Vorstellungen ist die Gleichsetzung des Libertarismus mit einer Anomie, mit dem Fehlen sozialer Normen und Gesetze, die das Zusammenleben der Menschen regeln. Dem kann klar und eindeutig entgegnet werden: stimmt nicht. Den libertaristischen Vordenkern ist bewußt, dass menschliches Zusammenleben geordnet werden muß. So findet man den Bezug auf das Naturrecht, man findet den großen Entwurf der Privatrechtsgesellschaft und man findet die ‚freie Privatstadt‘ als praktischen Versuch.

Wo ist denn dann der Unterschied zur jetzigen Ordnung? Das Problem mit der jetzigen Ordnung liegt in der Monopolisierung von Funktionen wie eben z. B. dem Winterdienst. Der Unterschied ist weniger in den rechtlichen Regelungen, die ja durchaus meistens Sinn machen und dem Buchstaben nach gerecht sind, zu finden. Es ist die Durchführung des Gesetzes, die die Probleme bereitet, die den einen nützen, den anderen abträglich sind. In einer libertarischen Gesellschaft würde auch der Winterdienst von mehreren Anbietern, die in Konkurrenz zueinander stehen, durchgeführt werden. Sie würden alle versuchen, ihre Leistung zu verbessern, ihre Effizienz zu steigern, was sich auch in den Preisen zeigen würde. (Als Ideal gilt: steigende Qualität bei sinkenden Preisen. Jedenfalls würden die Preise die Kostenrealität abbilden, anstatt aufgrund Geldmengenerweiterung, Niedrigzinsen und Preisbremsen und anderer gesetzlicher Eingriffe verzerrt zu sein.) Ein Positiv-Beispiel ist die Führung der Sauna im Badehaus durch die auf profit bedachte private Saunaritter GmbH.

Was ist mit den Armen, den finanziell/sozial benachteiligten Menschen? Sollen die denn auch die eventuell am Anfang viel höheren Preise für Winterdienst in ihrer Straße bezahlen? Jein. Der Libertarismus klammert das Wohlergehen von Menschen in finanziell/sozial schwachen Situationen nicht aus, sondern hält sich an den Geist des vor über 2500 Jahren in Exodus 22:20-25 aufgeschriebenen Rechtsschutz für die Schwachen, der zu einem Teil des moralischen Empfindens des christlichen Abendlandes geworden ist und sich selbst heute noch im Wohlfahrtsstaat widerspiegelt, obgleich der Wohlfahrtsstaat fehlerhaft gedacht und wackelig konstruiert ist (Weil er Teil der staatlichen Interventionsspirale ist, die im Endeffekt den zu verbessernden Zustand nur verschlechtert). Denkbar wären also Preisnachlässe, oder eine gemeinsame Kasse, in die alle einbezahlen und aus der dann die Kosten bezahlt werden (wie bei Versicherungen), oder auch ein Zusammenspiel aus verschiedenen Bezahlmöglichkeiten für Menschen in unterschiedlichen Situationen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.