Bike-Sharing noch so ein Agenda 21-Projekt, das weltweit am Scheitern ist?

Technocracy News hat am 27.12. einen Artikel von CNN über die Hintergünde der vermutlich bevorstehenden Insolvenz des chinesischen Bike-Sharing-Jungunternehmens Ofo zitiert. Ofo stellt Mieträder zur Verfügung, die per Smartphone überall und jederzeit angemietet werden können. Nach der Nutzung kann das Rad überall stehen gelassen werden, eine fest installierte Station existiert nicht. Das ist genau das Konzept von Byke, die hier in Rödermark mal für ein paar Monate Räder stehen hatten. (Mein Kommentar dazu)

Der Technocracy News-Editor stellte dem Artikel die Bemerkung voran, dass Bike- und Scooter-Sharing-Jungunternehmen weltweit wie die Fliegen fallen, weil die Öffentlichkeit das gesamte Konzept ablehnt. In San Francisco zündeten Bewohner, denen es gereicht hat, Scooter an und warfen diese dann in den Ozean. Das ist Anfang August 2018 gewesen, dieser Teil der Bemerkung wird von der LA Times und von CBS Local bestätigt. Der erste Teil der Bemerkung scheint auch wahr zu sein, allerdings ist noch nicht geklärt, ob es am mangelnden Interesse am Sharing-Economy-Konzept an sich, am Konzept des Bike-Sharing oder vielleicht doch eher am jeweiligen Service-Angebot der einzelnen Unternehmens liegt.

Laut CNN ist das Angebot an Leihrädern in China anfangs explodiert, viele der neuen Unternehmen sind dann im Chaos dieser Explosion wieder von der Bildfläche verschwunden (und haben ganze Berge an beschlagnahmten Fahrrädern hinterlassen). Gut, das klingt eigentlich wie ein ganz normaler Vorgang auf einem Markt, der für alle komplett neu ist, für den noch keinerlei Erfahrung verfügbar ist, und auf dem, der gewinnt, der am schnellsten auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Kunden reagieren kann. In dem Artikel von CNN wird dann ein Analyst zitiert, der meint, dass Kunden mithilfe ihrer App nicht nur Räder, sondern „einen Scooter, ein Rad oder ein Auto“ rufen können.

Also bleibt die Frage offen, ob Bike-Sharing, gar die Sharing-Economy an sich, weltweit auf mehrheitliche Ablehnung stößt, oder ob sich lediglich die Präferenzen der Kunden so schnell ändern, dass der Markt für Bike-, bzw. Fahrzeug-Sharing sich rasend schnell verändert und Unternehmer sehr wachsam sein müssen, um sich sehr schnell anpassen zu können. Ein Vergleich mit Rödermark taugt in dieser Sache wenig, denn erstens hatte Byke keinerlei Konkurrenz aus der eigenen Branche gehabt, und zweitens ist das Interesse an Byke wohl deshalb so gering ausgefallen, weil kaum jemand diesen Service gebraucht hat oder nützlich fand, und Geld dafür bezahlen wollte. Es ist ebenso fraglich, ob Bike-Sharing in Großstädten wirklich so sinnvoll ist, wenn keine Fahrradspuren zur Verfügung stehen. Sinnvoller erscheint es aus Sicht einer Person, die den ÖPNV benutzt, zu sein, so nahe wie möglich an das Ziel heranzufahren und dann zu laufen, privat abgeholt zu werden, ein Taxi zu nehmen oder eben ein Sharing-Angebot wie Uber zu bestellen.

Was mich zur Anfangsfrage zurückführt: Bike-Sharing noch so ein Agenda 21-Projekt, das weltweit am Scheitern ist?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.